Vorgang BORG/OBELIX/SPEER/2026

 


Asterix und Obelix in Borg – Das totale Verwaltungschaos

SATIRE – reale Personen und reale Orte, Handlung und Dialoge frei erfunden

Es ist 8:03 Uhr in der Römischen Villa Borg.





Das Ferienprogramm soll beginnen.

Bogenschießen.

Speerwerfen.

Töpfern.

Römisch kochen.

Mosaiklegen.

Eigentlich ganz einfach.

Dann erscheint ein Mann mit einem Klemmbrett.

„Wer ist für den Speer verantwortlich?“

Asterix zeigt auf Obelix.

Obelix zeigt auf den Speer.

Der Speer sagt nichts.

Damit beginnt das Verwaltungsverfahren.

8:17 Uhr – Perl wird eingeschaltet

Bürgermeister Ralf Uhlenbruch bekommt die erste Meldung:

„Ungeklärter Speerwurf im Bereich Villa Borg.“

Uhlenbruch fragt:

„Ist überhaupt schon etwas passiert?“

„Nein.“

„Warum liegt die Sache dann bei mir?“

„Weil möglicherweise etwas passieren könnte.“

Uhlenbruch schaut aus dem Fenster.

„Das wird ein langer Tag.“

8:42 Uhr – Das erste Problem

Obelix möchte den Speer werfen.

Asterix fragt:

„Wohin?“

Obelix:

„Da vorne.“

Ein Mitarbeiter wird nervös.

„Was ist hinter da vorne?“

„Luxemburg.“

SOFORT STOPP.

Jetzt handelt es sich möglicherweise um einen grenzüberschreitenden Speerwurf.

Schengen wird informiert.

Frankreich vorsichtshalber auch.

Brüssel noch nicht.

Man möchte nicht übertreiben.

9:26 Uhr – Der Landkreis erfährt davon

Die Angelegenheit erreicht Merzig.

Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich bekommt eine neue Akte auf den Tisch:

Vorgang BORG/OBELIX/SPEER/2026

Sie fragt:

„Was möchte der Mann?“

Antwort:

„Einen Speer werfen.“

„Und warum beschäftigt das den Landkreis?“

„Weil Perl am Limit ist.“

Kurze Stille.

„Wir sind auch am Limit.“

Damit wäre die Zuständigkeit eigentlich geklärt.

Leider fehlt dafür das Formular.

10:11 Uhr – Neues Problem: der Hinkelstein

Obelix hat inzwischen das Interesse am Speer verloren.

Er möchte seinen Hinkelstein neben dem Eingang abstellen.

Asterix:

„Einfach hinstellen.“

Deutscher Mitarbeiter:

„Einfach?“

Das Wort EINFACH löst sofort Alarm aus.

Ist der Hinkelstein ein Kunstwerk?

Ein Baustoff?

Ein Denkmal?

Eine temporäre Installation?

Oder handelt es sich aufgrund seines Gewichts bereits um ein Gebäude?

Das Bauamt wird gefragt.

11:03 Uhr – Barrierefreiheit

Dann stellt jemand eine entscheidende Frage:

„Kann man eigentlich mit einem Rollstuhl am Hinkelstein vorbeifahren?“

Stille.

Asterix:

„Dann stellen wir ihn einen Meter weiter.“

Verwaltung:

„So einfach geht das nicht.“

Obelix:

„Doch.“

Er hebt den Hinkelstein hoch und stellt ihn einen Meter weiter.

Problem gelöst.

Die Verwaltung ist schockiert.

Eine Lösung ohne Antrag.

11:47 Uhr – Römisches Mittagessen

Jetzt wird gekocht.

Obelix verlangt Wildschwein.

Der Koch bringt Kräuter, Brot und römische Spezialitäten.

Obelix:

„Wo Wildschwein?“

Koch:

„Heute nicht.“

Obelix:

„Dann Beschwerde.“

Asterix:

„Bei wem?“

Obelix:

„Bürgermeister.“

Im Rathaus Perl klingelt erneut das Telefon.

Ralf Uhlenbruch:

„Bitte sagt mir, dass es diesmal nicht um den Speer geht.“

„Nein.“

Uhlenbruch atmet auf.

„Es geht um ein Wildschwein.“

Pause.

„Ich gehe in die Mittagspause.“

13:14 Uhr – Jetzt kommt Europa

Jemand entdeckt, dass die Villa Borg nahe Luxemburg und Frankreich liegt.

Plötzlich wird aus dem Ferienprogramm ein:

grenzüberschreitendes kulturhistorisches Partizipationsprojekt im europäischen Begegnungsraum.

Asterix:

„Was bedeutet das?“

Antwort:

„Förderfähig.“

Obelix:

„Bekommen wir Wildschwein?“

„Dafür müsste zunächst ein Projektantrag gestellt werden.“

14:36 Uhr – Der entscheidende Durchbruch

Nach sechs Stunden liegen vor:

17 Formulare,

4 Stellungnahmen,

3 Zuständigkeitsprüfungen,

2 Karten,

1 Antrag

und noch immer kein geworfener Speer.

Obelix verliert die Geduld.

Er nimmt den Speer.

Alle rufen:

„STOPP!“

Obelix wirft.

TREFFER.

Absolute Stille.

Asterix schaut auf die Uhr:

„14:37 Uhr.“

Ein Verwaltungsmitarbeiter notiert:

„Praktischer Feldversuch erfolgreich abgeschlossen.“

15:02 Uhr – Abschlussbesprechung

Bürgermeister Ralf Uhlenbruch fragt:

„Können wir die Sache jetzt abschließen?“

Aus Merzig kommt die Antwort:

„Nur wenn Perl zuständig ist.“

Perl:

„Warum wir?“

Merzig:

„Der Speer wurde in Perl geworfen.“

Schengen:

„Aber Richtung Luxemburg.“

Saarbrücken:

„Gibt es Fördermittel?“

Brüssel:

„Interessant.“

Obelix:

„Ich werfe jetzt noch einen.“

ALLE:

„NEIN!“

Asterix setzt sich auf eine Bank der Villa Borg und sagt:

„Obelix, ich glaube, wir haben etwas entdeckt.“

„Was?“

„Die Römer sind gar nicht verschwunden.“

„Wo sind sie?“

Asterix zeigt auf den Aktenstapel.

„Sie heißen heute Verwaltung.“


REALER HINTERGRUND

Ralf Uhlenbruch ist Bürgermeister der Gemeinde Perl.

Daniela Schlegel-Friedrich ist Landrätin des Landkreises Merzig-Wadern.

Der Landkreis beteiligte sich 2026 tatsächlich am bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“ und thematisierte die finanzielle Belastung der kommunalen Ebene.

Auch Straßensperrungen, Umleitungen und Ersatzhaltestellen gehören zum echten kommunalen Alltag der Gemeinde Perl.

ALLES ANDERE IST SATIRE.

Die Gespräche, der Speerwurf, die Akte „BORG/OBELIX/SPEER/2026“, Reaktionen der genannten Personen und sämtliche geschilderten Verwaltungsverfahren sind frei erfunden.

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