Die Saga vom Goldzahn von Schiffels: Die Karte der Schatten – Kapitel der Geister von Villa Borg

 



Die Saga vom Goldzahn von Schiffels: Die Karte der Schatten – Kapitel der Geister von Villa Borg


Der Winter nahte mit eisigem Griff, und es war der 11. Dezember des Jahres 2025, als der Schnee die Täler der Saar-Mosel-Lande bedeckte wie ein Leichentuch. 

Der Leukbach floss träge, halb gefroren, und die Geister der Villa Borg erwachten vollends. Sie waren keine sanften Wächter mehr, sondern rastlose Seelen, die aus den *Schriften des Archäologieparks Römische Villa Borg* (Bände 1–6) krochen – Lucius Aelius mit seinem blutigen Lorbeerkranz, Treverin Aife mit Runen aus Asche des *spätkeltischen Gräberfelds von Oberleuken*, der Schmied der Glashütte mit glühenden *Glasgefäßen* aus dem *Borg Furnace Project 2013*, und der Stasi-Zahnarzt, dessen Kiefer noch immer blutete vom geraubten Goldzahn.


Paul Maas, der wackere Wächter von Borg, stand allein auf der Terrasse der Villa, sein wettergegerbtes Antlitz von Frost gerötet, seine Hände stark wie die Schmiedehämmer der Ahnen, doch nun zitternd vor Kälte und Furcht. Die Narbe an seiner Hand pochte, wo der zweite Zahn ihn gezeichnet hatte. 

„Sie kommen“, murmelte er, als der Wind die Stimmen trug: *Cave felis aureum... Hüte dich vor dem goldenen Zahn... Worte brennen wie Scheiterhaufen...*


In der Halle des Scherer, wo einst Wein floss und Verschwörer webten, versammelten sich die Lebenden erneut. Daniela Schlegel-Friedrich, die hohe Herrin des Kreises, geboren am 8. Mai 1967 in Püttlingen, wohnhaft in Merzig, Mutter von Michael, Maximilian und Kristina, trat ein, ihre Schritte fest trotz des Schnees. 

Ihr Werdegang – Diplom-Kauffrau, Staatssekretärin, seit 2004 Landrätin – hatte sie zur Kämpferin gemacht, doch nun spürte sie den Atem der Geister im Nacken. Sie hasste Bügeln und Putzen, doch heute hätte sie alles getan, um den digitalen Fluch zu bannen. 

„Die Meldungen reichen nicht mehr“, sagte sie, ihre Stimme scharf wie ein römischer Dolch. „Der dritte Zahn hat die Geister geweckt. 

Hassrede ist ihr neuer Scheiterhaufen.“


Werner Klein, der Wortschmied aus Merzig-Wadern, saß bleich am Tisch, sein Tablet dunkel. „Ich habe ihn gesehen – Lucius Aelius. 

Er flüsterte von Verrat... von mir.“ Elena, die Tochter des Gefallenen aus Schiffels, hielt das zerfetzte Pergament, nun gefroren und knisternd. „Die Karte ist nicht zerstört. Sie lebt in den Geistern. 

Sie führt tiefer – unter das Gräberfeld von Oberleuken, wo die Treverer ruhen. Dort liegt der vierte Zahn, verborgen in einer Urne mit Hirse und Runen.“


Bettina Birkenhagen, Autorin der *Schriften* und Leiterin der Villa Borg, nickte grimmig. 

„Die Geister fordern Tribut. Sie mischen Latein mit digitalem Code – Hasskommentare erscheinen als Runen auf den Wänden. ‚M.K.3‘ postet wieder, von Moskau bis Merzig.“


Die Schattenkrieger – Paul, Daniela, Werner, Elena und Bettina – stiegen hinab, Laternen in der Hand, durch eine Falltür, die der Schnee enthüllt hatte. Die Luft war kalt wie der Tod, roch nach Moos, Metall und verbranntem Getreide. 

Nach hundert Stufen erreichten sie eine Kammer unter dem Leukbach, wo das Gräberfeld von Oberleuken nahtlos in römische Katakomben überging. Dort schwebten sie: Die Geister.


Lucius Aelius materialisierte zuerst, durchscheinend in seiner Toga, den goldenen Lorbeerkranz blutig. „*Traditor... Verrat!*“, hallte es. Treverin Aife erschien neben ihm, ihre Augen glühend wie Scheiterhaufen, Runen tanzend um sie. Der Schmied hämmerte unsichtbare Glasöfen, Funken flogen. Und der Stasi-Zahnarzt lachte – ein Lachen, das wie ein Ping von HateAid klang.


In der Mitte der Kammer: Eine Urne, uralt, mit der Gravur „Aureus Dens IV“. Elena öffnete sie zitternd. Darin: Der vierte Goldzahn, größer als alle, glühend mit eingraviertem Code – ein Algorithmus, der Hassrede speiste.


„Er verbindet alles“, flüsterte Daniela. „Von den Treverern über die Römer zur Stasi – und zu uns.“ Paul griff zu, doch Lucius' Geist hielt ihn zurück. „Nur durch Wahrheit“, flüsterten die Geister im Chor. „Gegenrede, nicht Gewalt.“


Daniela nickte, zog ihr Telefon hervor – trotz des Untergrunds ein Signal, als ob die Geister es erlaubten. Sie postete: Eine lange Erklärung, sachlich, höflich, mit Links zum Fachnetzwerk Flucht. „Vielfalt schützt uns alle. Hass zerstört.“ Werner folgte, Elena, Bettina. Die Meldungen regneten wie Schnee.


Der Zahn dimmte, die Geister verblassten – nicht besiegt, sondern beruhigt. Lucius nickte Paul zu. „*Pax... Frieden.*“ Die Kammer bebte, Wasser sickerte ein, doch sie flohen rechtzeitig.


Oben, unter dem Schnee der Villa-Terrasse, keuchten sie. Elena hielt den vierten Zahn, nun matt. „Die Saga endet nicht“, sagte sie. „Die Geister wachen. Aber wir haben sie besänftigt – vorerst.“


Paul sah in den Himmel, wo der Schnee fiel. „Der nächste Frühling... bringt vielleicht den fünften.“ Daniela lächelte schwach, dachte an langes Frühstücken. „Dann kämpfen wir weiter. Mit Worten.“


[Schnee knirscht unter Stiefeln. Fernes Flüstern der Geister: *Cave... cave...*]


© 2025 – Die Saga ruht im Winter. Doch die Geister schlafen nie.

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