Lehrer Johann Schneider aus Oberleuken

1. Villa Borg und die Römerstraße

Essay: Die Römische Villa Borg und ihre Verbindung zur Römerstraße






Die Römische Villa Borg, gelegen im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und Luxemburg zwischen den Perler Ortsteilen Borg und Oberleuken, ist ein archäologisches Juwel, das Einblicke in das römische Landleben bietet.

Mit einer Fläche von etwa 7,5 Hektar zählt sie zu den größten Villenanlagen im Saar-Mosel-Raum.

Ihre Bedeutung wird durch ihre Lage an der antiken Römerstraße von Metz nach Trier unterstrichen, einem Teilstück der bedeutenden Verbindung zwischen Marseille und Köln.

Dieser Essay beleuchtet die Geschichte der Villa Borg, ihre archäologischen Entdeckungen und die Rolle der Römerstraße in der Region.

Geschichte und Entdeckung der Villa Borg

Die Villa Borg wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. von einem wohlhabenden, romanisierten Kelten errichtet, vermutlich auf den Überresten eines spätkeltischen Gehöfts.

Ihre Blütezeit erlebte sie im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr., als sie als „villa rustica“ – ein landwirtschaftliches Gut mit repräsentativem Wohnbereich (pars urbana) und Wirtschaftstrakt (pars rustica) – diente. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass etwa 150 bis 200 Personen, einschließlich der Besitzerfamilie und Bediensteten, auf dem Anwesen lebten.

Im 3. Jahrhundert wurde die Villa durch Germaneneinfälle teilweise zerstört, im 4. Jahrhundert endgültig aufgegeben.

Die moderne Entdeckung der Villa geht auf den Lehrer Johann Schneider aus Oberleuken zurück, der um 1900 kleinere Grabungen durchführte und den römischen Ursprung des Geländes erkannte.

Systematische Ausgrabungen begannen 1987 unter der Leitung der Kulturstiftung Merzig-Wadern in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Konservatoramt.

Seit 1994 wird die Villa nach den Grabungsbefunden rekonstruiert, einschließlich des Herrenhauses, des Badegebäudes, der Küche und einer Taverne.

Heute ist die Villa Borg ein Archäologiepark, der jährlich etwa 50.000 Besucher anzieht und durch Veranstaltungen wie die „Römertage“ das römische Leben erlebbar macht.

Die Römerstraße und ihre Bedeutung

Die Villa Borg liegt unmittelbar an der Römerstraße Metz-Trier, die Teil eines größeren Netzwerks war, das den Handel und die Kommunikation im Römischen Reich erleichterte.

Diese Straße verband wichtige Zentren wie Augusta Treverorum (Trier) mit Divodurum Mediomatricorum (Metz) und war ein Abschnitt der Via Agrippa, die Marseille mit Köln verband.

Die Nähe zur Römerstraße machte die Villa Borg zu einem wirtschaftlich bedeutenden Standort, da landwirtschaftliche Überschüsse an römische Legionen oder die Zivilbevölkerung in Trier verkauft werden konnten.

Archäologische Untersuchungen, einschließlich geomagnetischer Scans, zeigen, dass weitere Wirtschaftsgebäude der Villa in Richtung der Römerstraße liegen, die noch nicht vollständig ausgegraben sind.

Die Römerstraße war nicht nur eine Handelsroute, sondern auch ein kultureller Korridor.

Sie erleichterte den Austausch von Waren, Ideen und Technologien zwischen Römern und einheimischen Kelten.

Die hohe Besiedlungsdichte im Dreiländereck, mit über 50 römischen Fundstellen, unterstreicht die Bedeutung der Region als agrarisches und kulturelles Zentrum.

Die Villa Borg profitierte von dieser Infrastruktur, da sie ihre Produkte effizient vermarkten konnte.

Archäologische und kulturelle Bedeutung

Die Rekonstruktion der Villa Borg ermöglicht einen einzigartigen Einblick in das römische Landleben. Die Anlage umfasst authentisch nachgebaute Gebäude, Gärten und sogar eine funktionsfähige Brauerei, die nach römischen Methoden Bier herstellt. Veranstaltungen wie die Römertage, die 2024 am 3. und 4. August stattfanden, beleben die Geschichte durch historische Darstellungen und Handwerksvorführungen.

Die Nähe zur Römerstraße macht die Villa auch zu einem Teil der „Straßen der Römer“, einem Netzwerk von touristischen Routen, die römische Stätten in Deutschland verbinden.

Die Bedeutung der Villa Borg liegt nicht nur in ihrer archäologischen Substanz, sondern auch in ihrer Rolle als kulturelles Erbe.

Sie zeigt, wie romanisierte Kelten in einer ländlichen Region lebten und wie die Römerstraße die Integration der Provinz Gallien in das römische Wirtschaftssystem förderte.

Die laufenden Ausgrabungen und die geplante Erweiterung in den angrenzenden Wald versprechen weitere Erkenntnisse über die Struktur und Funktion der Villa.

Fazit

Die Römische Villa Borg ist ein herausragendes Beispiel für das römische Landleben und die Bedeutung der Römerstraßen für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Provinz Gallien.

Ihre Rekonstruktion und die fortlaufenden Ausgrabungen machen sie zu einem lebendigen Zeugnis der Antike, das sowohl Wissenschaftler als auch Besucher fasziniert.

Die Römerstraße Metz-Trier war das Rückgrat, das die Villa mit der römischen Welt verband und ihre Blütezeit ermöglichte.

Die Villa Borg bleibt ein Ort, an dem Geschichte lebendig wird, und ein Symbol für die kulturelle Verschmelzung von Kelten und Römern im Saar-Mosel-Raum.


Roman: Der Schatten der Römerstraße

Prolog: Der Staub der Straße Im Jahr 135 n. Chr. glitzert der Leukbach im Morgenlicht, während die Römerstraße, die von Metz nach Trier führt, von Hufschlägen und dem Knarren von Ochsenkarren erfüllt ist.

Auf einer sanften Anhöhe, umgeben von Wäldern und Feldern, erhebt sich die Villa Borg, ein prächtiges Landgut, dessen Mauern von einem wohlhabenden Kelten namens Caturix errichtet wurden.

Sein Herz schlägt für die römische Kultur, doch seine Wurzeln liegen tief in der keltischen Erde.

Kapitel 1: Der Herr der Villa Caturix, ein romanisierter Treverer, steht auf der Terrasse seines Herrenhauses und blickt auf die Römerstraße.

Händler aus Trier bringen Wein und Keramik, während seine Knechte Getreide und Wolle verladen, um sie in die Stadt zu schaffen.

Die Straße ist das Lebensblut seines Anwesens, das mit über 150 Menschen – von Sklaven bis zu freien Bauern – ein kleines Dorf bildet. In der Ferne sieht er Rauch aufsteigen.

Gerüchte von Germanen, die jenseits des Rheins unruhig werden, machen die Runde. Doch Caturix vertraut auf die Stärke Roms und die Mauern seiner Villa.

Kapitel 2: Die Fremde an der Straße Eines Tages hält ein Wagen auf der Römerstraße, und eine junge Frau namens Livia steigt aus. Sie ist die Tochter eines Händlers aus Metz und sucht Schutz, nachdem ihr Vater von Räubern überfallen wurde. Caturix gewährt ihr Unterschlupf, fasziniert von ihrer Bildung und ihrem Wissen über römische Baukunst. Livia erzählt von den Thermen in Augusta Treverorum und inspiriert Caturix, sein Badehaus zu erweitern. Während die Arbeiter Steine aus dem nahen Leukbach holen, wächst zwischen Caturix und Livia eine zarte Verbindung.

Kapitel 3: Das Fest der Römerstraße Zum Fest des Bacchus lädt Caturix Händler und Nachbarn aus der Region ein. Die Taverne der Villa ist erfüllt von Gelächter, und der Duft von frisch gebrautem „cervisia“ – einem Bier nach keltisch-römischem Rezept – liegt in der Luft. Die Römerstraße bringt Gäste aus fernen Städten, und Geschichten über die Legionen und den Kaiser werden erzählt. Doch in der Nacht hört Caturix von Spähern, dass Germanen die Straße unsicher machen. Er verstärkt die Wachen und betet zu den Göttern, dass seine Villa verschont bleibt.

Kapitel 4: Der Untergang Jahre vergehen, und im 3. Jahrhundert n. Chr. erreicht die Krise die Villa Borg. Germaneneinfälle verwüsten die Region, und die Römerstraße wird zur Fluchtroute für die Bewohner. Caturix, nun alt und gebrechlich, sieht seine Villa in Flammen aufgehen. Livia, die seine Frau geworden ist, fleht ihn an, mit ihr nach Trier zu fliehen. Doch Caturix bleibt zurück, um das Erbe seiner Ahnen zu schützen. Als die Flammen die Villa verschlingen, steht er auf der Anhöhe und blickt ein letztes Mal auf die Römerstraße, die einst seinen Reichtum brachte.

Epilog: Die Wiederentdeckung Im Jahr 1900 wandert Johann Schneider, ein Lehrer aus Oberleuken, durch die Wälder bei Borg. Er entdeckt unnatürliche Erhebungen und beginnt, mit seinen Schülern zu graben. Die Überreste der Villa Borg kommen ans Licht, und die Römerstraße, nun von Moos bedeckt, erzählt ihre Geschichte neu. Jahrhunderte später, im Jahr 2025, besuchen Tausende die rekonstruierte Villa, und die Römerstraße wird wieder zum Symbol für die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart.


2. Oberleuken Geschichte

Essay: Die Geschichte von Oberleuken

Oberleuken, ein Ortsteil der Gemeinde Perl im Saarland, ist ein Dorf mit einer reichen Geschichte, die von der Jungsteinzeit bis zur Moderne reicht. Gelegen im Dreiländereck, war Oberleuken ein Schauplatz keltischer, römischer, mittelalterlicher und moderner Entwicklungen. Dieser Essay beleuchtet die wichtigsten Epochen und Ereignisse in der Geschichte Oberleukens, von der Frühgeschichte bis zum Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg.

Frühgeschichte und keltische Wurzeln

Die Region um Oberleuken weist eine Siedlungsgeschichte auf, die bis in die Jungsteinzeit (ca. 4000 v. Chr.) zurückreicht. Archäologische Funde, darunter Werkzeuge und Keramikscherben, belegen eine kontinuierliche Besiedlung. Besonders bedeutend ist das 1997 entdeckte keltische Gräberfeld, das auf eine starke keltische Präsenz hinweist. Der Name „Oberleuken“ leitet sich vermutlich vom althochdeutschen „luica“ ab, was „Siedlung am Leukbach“ bedeutet, und unterstreicht die Bedeutung des Leukbachs für die frühen Bewohner.

Römische und mittelalterliche Periode

In römischer Zeit lag Oberleuken nahe der bedeutenden Römerstraße Metz-Trier, und die Villa Borg, nur wenige Kilometer entfernt, war ein regionales Zentrum. Die römische Infrastruktur prägte die Region, doch nach dem Niedergang des Römischen Reiches im 4. Jahrhundert wurde Oberleuken Teil des fränkischen Siedlungsgebiets. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 964, als ein fränkischer Gutshof entlang des Leukbachs erwähnt wird.

Im Mittelalter war Oberleuken eine eigenständige Pfarrei mit der dem heiligen Gangolf geweihten Pfarrkirche. Eine Besonderheit war die politische Teilung des Dorfes: Der Leukbach trennte das Kurfürstentum Trier auf der linken Seite vom Herzogtum Lothringen auf der rechten. Diese Teilung führte zu unterschiedlichen administrativen Zuständigkeiten, was das Leben der Bewohner prägte. Mit der Auflösung des Herzogtums Lothringen 1766 fiel der lothringische Teil an Frankreich, und nach der Französischen Revolution (1797) wurde das gesamte Saargau-Gebiet französisch. Der Wiener Kongress von 1815 wies Oberleuken Preußen zu, und 1830 wurde das Dorf administrativ vereinigt.

Neuzeit und Zweiter Weltkrieg

Im 20. Jahrhundert erlebte Oberleuken dramatische Veränderungen. Während des Zweiten Weltkriegs war das Dorf Teil des Westwalls und des Orscholzriegels, einer Verteidigungslinie. Die Kämpfe von 1944/45, insbesondere die Beteiligung der 94. US-Infanteriedivision, führten zu erheblichen Zerstörungen. Die Pfarrkirche St. Gangolf und viele Wohnhäuser wurden beschädigt oder zerstört. Nach Kriegsende begann der Wiederaufbau, und bis 1954 war die Kirche wiederhergestellt. Ein Soldatenfriedhof mit 130 deutschen und 16 amerikanischen Gefallenen sowie die deutsch-amerikanische Gedenkstätte am „Potsdamer Platz“ erinnern an die Kriegsereignisse.

Moderne Entwicklungen

Heute ist Oberleuken ein ruhiges Dorf, das von seiner Nähe zur Villa Borg und dem Tourismus profitiert. Die Eingemeindung in die Gemeinde Perl und die Nähe zum Dreiländereck prägen die Identität des Ortes. Der Leukbach bleibt ein zentrales Element, nicht nur historisch, sondern auch kulturell, da er in der Bierproduktion der Villa Borg eine Rolle spielt.

Fazit

Die Geschichte Oberleukens ist ein Spiegel der komplexen Vergangenheit des Saar-Mosel-Raums. Von keltischen Gräbern über die römische Infrastruktur bis hin zu mittelalterlichen Teilungen und den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs zeigt der Ort eine bemerkenswerte Kontinuität und Anpassungsfähigkeit. Die Pfarrkirche St. Gangolf, der Leukbach und die Nähe zur Villa Borg sind Symbole dieser Geschichte, die Oberleuken zu einem Ort von historischer und kultureller Bedeutung machen.


Roman: Die Geister von Oberleuken

Prolog: Der Ruf des Leukbachs Im Jahr 964 fließt der Leukbach klar und kühl durch das Tal von Oberleuken. Ein fränkischer Gutshof erhebt sich an seinen Ufern, und die Bewohner des Dorfes versammeln sich an der neuen Kirche, die dem heiligen Gangolf geweiht ist. Doch die Geister der Vergangenheit – Kelten, Römer, Franken – flüstern in den Wäldern und am Bach.

Kapitel 1: Der geteilte Ort Im Mittelalter, um 1350, ist Oberleuken ein Dorf mit zwei Gesichtern. Auf der linken Seite des Leukbachs herrscht das Kurfürstentum Trier, auf der rechten das Herzogtum Lothringen. Anna, eine junge Bäuerin, lebt auf der Trierer Seite, doch ihr Herz gehört Johann, einem Schmied aus dem lothringischen Teil. Ihre Liebe ist verboten, da die Grenze zwischen den beiden Seiten mehr als nur ein Bach ist. Eines Nachts treffen sie sich heimlich am Leukbach, doch ein Späher des Kurfürsten droht, sie zu verraten.

Kapitel 2: Die Stürme der Revolution Im Jahr 1797, während der Französischen Revolution, wird Oberleuken von französischen Truppen besetzt. Die Teilung des Dorfes löst sich auf, doch die Bewohner stehen vor neuen Herausforderungen. Pierre, ein Nachfahre von Johann, ist ein Schmied, der sich den Franzosen widersetzt. Als die Kirche St. Gangolf geplündert wird, versteckt er die Reliquien des Heiligen im Wald nahe der Villa Borg. Die Römerstraße, längst von Moos überwuchert, wird zu seinem Fluchtweg.

Kapitel 3: Die Feuer des Krieges 1944 toben die Kämpfe am Orscholzriegel, und Oberleuken wird zum Schlachtfeld. Maria, eine junge Frau, hilft verwundeten Soldaten, während die Pfarrkirche in Flammen steht. Ihr Bruder Karl, ein Schmied wie seine Vorfahren, bleibt im Dorf, um die Schmiede zu verteidigen. In einer dramatischen Nacht rettet Maria einen amerikanischen Soldaten, der später auf dem Soldatenfriedhof beigesetzt wird. Die Gedenkstätte am „Potsdamer Platz“ wird zum Symbol des Friedens.

Kapitel 4: Das neue Oberleuken Im Jahr 2025 besucht Clara, eine Nachfahrin von Maria, die rekonstruierte Villa Borg. Sie entdeckt die Geschichte ihrer Familie und des Dorfes, das so viele Epochen überstanden hat. Der Leukbach fließt noch immer, und die Kirche St. Gangolf steht wieder in altem Glanz. Clara beschließt, die Geschichte Oberleukens aufzuschreiben, inspiriert von den Geistern der Vergangenheit, die im Rauschen des Baches zu hören sind.

Epilog: Die Zukunft Die Römertage 2025 bringen Leben nach Oberleuken. Touristen strömen zur Villa Borg, und der Leukbach glitzert im Sonnenlicht. Clara steht an der Gedenkstätte und spürt die Verbindung zu ihren Ahnen. Oberleuken, einst geteilt, ist nun ein Ort der Einheit und Erinnerung.


3. Leukbach: Wasseraufbereitung und Bierproduktion

Essay: Der Leukbach – Wasseraufbereitung und Bierproduktion seit Anbeginn der Aufzeichnungen

Der Leukbach, ein kleiner Fluss im Saar-Mosel-Raum, ist seit Jahrtausenden ein Lebensnerv für die Region um Oberleuken und die Villa Borg. Seine Nutzung für Wasseraufbereitung und Bierproduktion spiegelt die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Region wider. Dieser Essay untersucht die historische und moderne Nutzung des Leukbachs, von der Frühgeschichte bis zur heutigen nachhaltigen Bierproduktion in der Villa Borg.

Frühgeschichte und römische Nutzung

Die frühesten Aufzeichnungen über den Leukbach stammen indirekt aus archäologischen Funden der Jungsteinzeit und der keltischen Epoche. Der Bach war eine natürliche Wasserquelle für Trinken, Landwirtschaft und alltägliche Bedürfnisse. In römischer Zeit, insbesondere im 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr., war der Leukbach für die Villa Borg von zentraler Bedeutung. Die Römer nutzten sein Wasser für den Haushalt, die Bewässerung von Feldern und die Produktion von „cervisia“, einem keltisch-römischen Bier. Archäologische Funde, wie die in Regensburg entdeckte römische Brauerei, belegen, dass die Römer die Braukunst der Germanen übernahmen und verfeinerten. In der Villa Borg lieferte der Leukbach sauberes Wasser, das für die Qualität des Bieres entscheidend war.

Mittelalter und frühe Neuzeit

Im Mittelalter war der Leukbach nicht nur eine Wasserquelle, sondern auch ein politisches Symbol, da er Oberleuken in zwei Herrschaftsbereiche teilte. Klöster in der Region, die im Mittelalter das Brauwissen bewahrten, nutzten Flüsse wie den Leukbach für die Bierproduktion, da das Wasser sicherer war als stehendes Wasser. Bis ins 20. Jahrhundert blieb die Wasserversorgung in Oberleuken rudimentär, und die Dorfpumpe war ein sozialer Treffpunkt. Der Leukbach diente weiterhin als „Waschsalon“, Müllentsorgung und gelegentlich als Badeplatz, wie humorvolle Berichte über den „dreiköpfigen Hund Zerberus“ andeuten.

Moderne Entwicklungen und Hochwasserschutz

Im 20. Jahrhundert brachte die Modernisierung Fortschritte, aber auch Herausforderungen. Ein Rohrbruch in den 1970er Jahren führte zu Überschwemmungen im Ortskern von Oberleuken, was die Notwendigkeit eines verbesserten Wassermanagements verdeutlichte. Seitdem wurden Maßnahmen wie Hochwasserschutz implementiert, und der Leukbach wird heute kontrollierter genutzt. Die Nutrias, die am Leukbach leben, werden humorvoll als „natürliche Ingenieure“ bezeichnet, da ihre Dämme ein effizientes Wassermanagement ermöglichen.

Bierproduktion in der Villa Borg

Seit Frühjahr 2025 braut die Villa Borg „Treverer-Bier“ nach einem römischen Rezept (Gerste, Honig, Koriander, Wermut), das im 200-Liter-Kupferkessel hergestellt wird. Der Leukbach liefert weiterhin das Wasser, das für seinen klaren Geschmack geschätzt wird. Dieses Projekt verbindet historische Braukunst mit modernen Nachhaltigkeitsprinzipien, wie sie im „Klimabier“-Konzept der Villa Borg zum Ausdruck kommen. Die Bierproduktion ist nicht nur eine touristische Attraktion, sondern auch ein Beispiel für die Wiederbelebung antiken Wissens.

Fazit

Der Leukbach war und ist ein zentrales Element in der Geschichte von Oberleuken und der Villa Borg. Von seiner Nutzung als Trinkwasserquelle in der Antike über seine Rolle als sozialer Treffpunkt bis hin zur modernen Bierproduktion zeigt der Bach die Anpassungsfähigkeit der Region an historische und ökologische Herausforderungen. Die Villa Borg nutzt den Leukbach, um die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden, und macht ihn zu einem Symbol für Nachhaltigkeit und kulturelles Erbe.


Roman: Das Lied des Leukbachs

Prolog: Der Fluss der Zeit Der Leukbach fließt seit Jahrtausenden durch das Tal von Oberleuken, ein stiller Zeuge der Geschichte. Seine Wasser haben Kelten, Römer und moderne Bewohner erfrischt, und seine Ufer erzählen Geschichten von Braukunst und Überleben.

Kapitel 1: Das Wasser der Römer Im Jahr 135 n. Chr. sitzt Lucius Cornelius Flavius, der Herr der Villa Borg, am Leukbach. Sein Verwalter, Marcus, braut in einer kleinen Werkstatt „cervisia“, ein Bier, das die Legionäre in Trier lieben. Das Wasser des Leukbachs ist klar und rein, und Marcus schwört, dass es der Schlüssel zum besten Bier der Provinz ist. Doch als eine Dürre den Bach fast austrocknet, muss Lucius einen Kanal bauen, um das Wasser zu sichern – ein Werk, das die Bewohner der Villa vereint.

Kapitel 2: Das Kloster am Bach Im Jahr 1180 wandert Bruder Albrecht, ein Mönch aus einem nahegelegenen Kloster, zum Leukbach. Er träumt davon, ein Bier zu brauen, das die alten römischen Rezepte ehrt. Mit dem Wasser des Baches und Gerste aus den umliegenden Feldern braut er ein Getränk, das die Mönche „Flüssiges Brot“ nennen. Doch ein Streit mit den Bauern, die den Bach für ihre Mühlen nutzen, bedroht sein Vorhaben. Albrecht findet eine Lösung, indem er die Dorfbewohner in sein Brauprojekt einbindet.

Kapitel 3: Die Pumpe und der Rohrbruch Im Jahr 1970 ist Oberleuken ein modernes Dorf, doch die alte Dorfpumpe am Leukbach bleibt ein Treffpunkt. Anna, eine junge Lehrerin, hört Geschichten von den alten Wasserträgerinnen, als ein Rohrbruch den Ortskern überschwemmt. Die Feuerwehr kämpft gegen die Fluten, und Anna organisiert die Dorfbewohner, um den Schaden zu beheben. Der Leukbach, einst ein Lebensretter, wird zur Herausforderung, doch die Gemeinschaft wächst daran.

Kapitel 4: Das Bier der Zukunft Im Jahr 2025 steht Julia, eine Braumeisterin, in der Werkstatt der Villa Borg. Sie braut „Treverer-Bier“ mit Wasser aus dem Leukbach, inspiriert von den Rezepten der Römer. Touristen aus aller Welt kosten das Bier bei den Römertagen, und Julia spürt, dass der Leukbach mehr ist als ein Fluss – er ist die Seele der Region. Als sie am Ufer sitzt, hört sie das Lachen der alten Wasserträgerinnen im Wind.

Epilog: Das Erbe des Baches Der Leukbach fließt weiter, und die Nutrias bauen ihre Dämme. In der Villa Borg wird das Bier ausgeschenkt, und die Geschichte des Wassers lebt in jedem Schluck. Julia weiß, dass der Bach die Menschen von Oberleuken durch die Jahrhunderte verbunden hat – und das wird er auch in der Zukunft tun.


Quellen

  • Chronik von Oberleuken
  • Forschungsgeschichte – Villa Borg
  • Geschichte – Villa Borg
  • Die Villa von Borg
  • Oberleuken während des Zweiten Weltkriegs
  • Die Villa Borg ist ein Archäologiepark
  • Bierbrauen zur römischen Zeit
  • Die römische Villa Borg
  • Von römischen Funden zur Rekonstruktion

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